Geschichte der Museumsscheune

Das älteste überlieferte Zeugnis einer Besonderheit Mengerskirchens stammt aus dem 30-jährigen Krieg: am 1 . Oktober 1634 brannten Soldaten der Spanischen Truppe das Scheunenviertel an der "Arborner Straße" nieder. Dort hatte es 19 Scheunen in unmittelbarer Nähe des Nordtores vor der Ringmauer des Ortes gegeben. Die Scheunen wurden später aber wieder aufgebaut. Ein zweites Scheunenviertel mit 8 Scheunen lag am Tanzplatz, das ist in der Nähe des heutigen Feuerwehrhauses. An der Elsoffer Straße befand sich ein weiteres Viertel mit 14 aneinander gebauten Scheunen und Schuppen. Nur die große Zehntscheune hatte ihren Standort bis in die siebziger Jahre am heutigen Dorfbrunnen vor der Post und lag damit innerhalb der Stadt. 

Mengerskirchen war bis in das 18. Jahrhundert mit Ringmauern und Wällen befestigt und mit Wassergräben umgeben. Drei Tore gewährten Durchlass in den Ort. Hier drängten sich eng aneinander zweigeschossige Wohnhäuser, in denen Familien mit oft mehr als 10 Personen lebten. Im Kellergeschoss war das Vieh untergebracht. Wegen dieser Raumenge ist es auch zu verstehen, dass die Scheunen vor den Toren Mengerskirchen errichtet wurden. Um 1900 zählte man außerhalb des alten Stadtbezirks 50 Scheunen. Oft teilten sich vier Kleinbauern eine Scheune.

Dramatische Ereignisse begleiteten das Ende der Scheunenviertel:

 
25.6.1904  Blitzschlag: 5 Scheunen verbrennen
28.8.1930  Brand von 8 Scheunen am Tanzplatz, die Ernte von 15 Landwirten wird vernichtet.
20.7.1964  Brand von  12 Scheunen, betroffen waren 16 Eigentümer. Blutrot leuchtete der Himmel (Landeszeitung). Der Wind kam aus Richtung Nord-Ost und führte den Funkenflug direkt auf diese Scheune und den alten Ortskern. Kleinere Feuer waren schon entstanden. Nur durch das Drehen des Windes konnte eine noch größere Katastrophe verhindert werden.
5.7.1965   Vier Scheunen an der Elsoffer Straße stehen in Flammen.

Aus dem gegenüberliegenden Scheunenzug, der 1966 niedergelegt wurde, konnte eine Scheune erhalten und in den Hessenpark nach Neu Anspach überführt werden.
Unsere heutige Museumsscheune blieb an ihrem alten Standort. Sie stammt aus dem späten 18. oder dem beginnenden 19.Jh. Sie liegt unmittelbar am ehemaligen Obertor und gehörte zu einer Scheunenreihe an der Hauptstraße in Richtung Arborn (Hauptstr. 96a). Vor zehn Jahren erwarb die Gemeinde Mengerskirchen das baufällige Gebäude und sanierte es schrittweise. Tatkräftige Mithilfe leisteten Mitglieder des Vereins des Turmmuseums. Sie nutzten oder erwarben Kenntnisse über alte Techniken wie Schablonenmalerei oder Lehmfachwerk.

Nach zehn Jahren Restaurierung unter tatkräftiger Hilfe des Vereins "Turmmuseum Schloss Mengerskirchen e.V." übertrug der Marktflecken Mengerskirchen die Museumsscheune an den Verein.

Es folgten die erste Kunstausstellung mit gemalten Predigten von Pfarrer Hans Jamin, sowie weitere jährliche Ausstellungen im Turm und in der Museumsscheune mit wechselnder Thematik.

 

Elke Lisken

 


Ausstellungen finden hier in unregelmäßigen Abständen statt. 

Genaue Angaben finden Sie dann unter dem Punkt "Aktuelles"



Museumsscheune an der Hauptstraße 96a in Mengerskirchen